Lust auf Print - Chancen von Printmedien in der Unternehmenskommunikation

08. November 2016

Autoren: Christoph Burkardt und Albrecht Hotz, Burkardt | Hotz Büro für Gestaltung

Obwohl Werbung und Unternehmenskommunikation zunehmend über digitale Medien stattfindet, kommt dem Printprodukt immer noch große Bedeutung zu. Im Marketingmix der Unternehmen werden derzeit Print- und Onlinekommunikation zu etwa gleichen Teilen eingesetzt – idealerweise sich ergänzend.

Printmedien werden entschleunigt und konzentrierter rezipiert, gelten in ihrer Wirkung als wertiger und nachhaltiger und bieten aufgrund ihrer Objekthaftigkeit ein sinnliches Erlebnis. Nicht selten dienen sie als relevanter Impulsgeber für Anschaffungen. Der Ikea-Katalog beispielsweise wird als Printversion gemütlich auf dem Sofa durchgeblättert, um Inspirationen zu sammeln. Bestellt wird dann online.

Vorteile der Printkommunikation stärker nutzen

Print wird also kundenseitig weiterhin gerne genutzt. Für die Unternehmen gilt es daher, in Zukunft die Vorteile dieses Mediums kreativer auszuspielen. Das kann auf inhaltlicher Ebene durch ergänzende redaktionelle Beiträge erfolgen, die über die reine (Produkt-)Information hinaus einen Mehrwert bieten (Beispiel: Magaloge). Auf formal-gestalterischer Ebene bieten sich vielfältige Optionen, Produkt- oder Dienstleistungsqualitäten besser zu vermitteln und damit Entscheidungsprozesse zu unterstützen. Das betrifft vor allem Kommunikationsmedien, deren Erscheinung nicht durch die Unternehmens-CI festgelegt ist.

Mehr Aufmerksamkeit durch kreative Nutzung gestalterischer Potenziale

Ein überzeugendes und damit wirkungsvolles Printprodukt sollte nicht nur intelligent informieren, sondern auch schön anzusehen und anzufassen sein, Neugierde wecken und inspirierend wirken – dann wird es nachhaltig in Erinnerung bleiben. Neben gestalterischen Mitteln, wie Typografie, Illustration, Fotografie bietet insbesondere Farbe die Möglichkeit, Drucksachen einen besonderen Look zu verleihen. Sonderfarben, Metallic-, Neon- oder sogar Duftfarben können Inhalte und auch Markenwelten in ihrer Wirkung unterstützen.

So erreichen beispielsweise Firmen wie Audi oder Lamy über den Einsatz von Silber in der Printkommunikation einen sehr wertigen Unternehmensauftritt. Auch ungewöhnliche Formate (es muss nicht immer ein DIN-Format sein) wecken Interesse und Aufmerksamkeit. Im Magazin- und Katalogbereich sind Über- und auch Kleinformate längst üblich, aber auch für Flyer, Prospekte oder Informationsbroschüren bieten sich gelegentlich besondere Formate wie zum Beispiel das Quadrat oder ein Querformat an.

Kreative Spielräume im Produktionsprozess

Darüber hinaus bietet der Produktionsprozess weitere Möglichkeiten der Individualisierung. Ob hochweißes Bilderdruckpapier, Naturpapier, Transparentpapier, Effektpapier oder Strukturkartons, die Papierkollektionen vieler Hersteller beinhalten jede Menge viel zu selten genutzte Materialien, die eine Drucksache zu einem haptischem Erlebnis werden lassen. Auch mit Veredelungen im Produktionsprozess, zum Beispiel Lackierungen im Druck (matt /glänzend/partielle Lackierungen, etc.), Beflockung, Prägungen mit /ohne Heißfolie oder Stanzungen lassen sich Aufmerksamkeitsfaktor und Wertigkeit einer Drucksache steigern. Im Verlagswesen ist bereits ein Umdenken zu beobachten: auf den Büchertischen im Handel finden sich immer mehr Cover mit Veredelung, oft durch Lackierung oder Prägung. Viele weitere Optionen wie zum Beispiel Falz- und Bindungsvarianten sind hier noch nicht angesprochen.

Alle hier erwähnten gestalterischen und produktionstechnischen Faktoren führen sinn- und gefühlvoll kombiniert zu einem hochwertigen Printprodukt mit eigenem Charakter. Mit den digitalen Kommunikationsmaßnahmen gut abgestimmt und clever vernetzt, lässt sich daraus ein starker und erfolgreicher Unternehmens- oder Markenauftritt entwickeln. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt.

Überraschende Lösungen – auch mit geringem Budget

Natürlich verursachen aufwändige Produktionsprozesse im Printbereich Mehrkosten. Ihnen steht aber auch ein Mehrwert gegenüber, denn eine überzeugende Drucksache landet nicht gleich im Papierkorb und wird gerne aufgehoben – beispielsweise, um später nochmals etwas nachzuschlagen. Einsparungen sind aber dennoch möglich: Der Digitaldruck macht Veredelungen und besondere Bedruckstoffe für Kleinauflagen erschwinglich. Auch Internetdruckereien liefern inzwischen überzeugende Qualität für wenig Geld. Und: Im kreativen Prozess gibt es immer auch Möglichkeiten, mit geringem Budget zu ansprechenden und überraschenden Ergebnissen zu kommen. Hier sind die Fachkenntnisse der Agentur gefordert.

Fazit: Die Chance für gedruckte Kommunikation in kommenden Jahren besteht im Außergewöhnlichen. Gut durchdacht, liebevoll gemacht, haben Drucksachen einen hohen Aufmerksamkeitswert und sind ein nachhaltiges Werbemittel. Sind zudem schön anzusehen und anzufühlen, machen Spaß und Lust. Eine Win-Win-Win-Situation für Kunde, Unternehmen und Agentur.

Kontakt

Christoph Burkardt, Albrecht Hotz

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