Die „Speedfactory“ holt die Produktion zurück nach Deutschland

21. Oktober 2016

Autoren: Frank Irmscher, IHK Offenbach am Main

 Die Individualisierung der Massenproduktion kann in den kommenden Jahren in vielen Branchen jene Revolution bedeuten, die unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ diskutiert wird. Die Präsentation der „Speedfactory“ durch Wolf Matthias Mang, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Oechsler AG und Geschäftsführer der Arno Arnold GmbH aus Obertshausen, ist deshalb ein Höhepunkt der Design to Business Jahreskonferenz am 21. November in Offenbach.

Foto: Adidas Group

Das am Industrie 4.0-Standard ausgerichtete „Speedfactory“-Konzept ermöglicht neben der Schnelligkeit in der Herstellung besonders innovativer Sportschuhe eine deutliche Verkürzung der Logistikkette durch eine eigenständige Produktion in unmittelbarer Nähe der bedeutendsten weltweiten Absatzmärkte. Die dezentrale Fertigung ermöglicht so im Vergleich mit der traditionellen manuellen Sportschuhproduktion in Asien eine deutliche Verkürzung der Produktzyklen und eine signifikant höhere Reaktionsgeschwindigkeit auf sich stets verändernde Kundenbedürfnisse.

Wolf Matthias Mang ergänzt: „Der Aufbau der Pilotfabrik für diese revolutionäre Fertigung von Sportschuhen ist sehr  kapitalintensiv und  fordert neben modernster Spitzentechnologie auch  erhebliches Produktions-, Entwicklungs- und IT-Know-How. Dieses bündelt das Unternehmen in der hierzu eigens gegründeten Oechsler Motion GmbH, die als strategischer Partner von adidas ab 2017 die Serienproduktion für den europäischen Markt aufnehmen wird. Dies ist ein weiteres Beispiel, wie der erfolgreiche Aufbau von Neugeschäft im Ausland zur Schaffung inländischer Arbeitsplätze beitragen kann. “Die deutsche Speedfactory übernimmt  eine Pilotfunktion für weltweite Standorte. In einem nächsten Schritt wird die Speedfactory in die USA gebracht, um ab 2017 den bedeutenden  nordamerikanischen Markt schneller bedienen zu können.

„Das Prinzip der Speedfactory ist deshalb hochspannend, weil es auf viele Branchen übertragbar ist. Er eröffnet neue Möglichkeiten auch im Design von Produkten. Zugleich bedeutet es eine Herausforderung für kleine und mittelständische Unternehmen, die in der Fertigung individualisierter Produkte bisher ihre Nische hatten“, fast Mirjam Schwan, Geschäftsführerin der IHK Offenbach am Main zusammen. „Sicherlich wird das Konzept für eine spannende Diskussion zwischen Designern und Unternehmern auf unserer Jahreskonferenz sorgen.“

Mehr über die "Speedfactory" auf der Jahreskonferenz am 21. November

Die „Design to Business“ Jahreskonferenz bringt etwa 200 Vertreter regionaler Unternehmen aller Branchen aus Hessen zusammen. Eröffnet wird die Konferenz von Tarek Al-Wazir, Wirtschaftsminister und Schirmherr der hessenweiten Initiative „Design to Business“ der IHK Offenbach am Main.

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