Kreativmethoden in Entwicklungsprozessen

19. Januar 2017

Autor: Wolfgang Baier | buon giorno! Design

Die Entwicklung von Produkten und Diensten erfolgt häufig in interdisziplinären Teams aus Ingenieuren, Informatikern, Marketing-Spezialisten und Designern. Wie kann deren Kreativität gefördert werden? Welche Methoden führen zu erfolgreichen Lösungen?

Fast jeder kennt die „Brainstorming-Methode“. Diese wird in Kreativitäts-Workshops gerne eingesetzt. Sie sie einfach, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Es kommen zwar schnell viele Ideen zusammen, doch neue sind selten dabei. Das liegt meist daran, dass zu früh abgebrochen wird. Nicht selten heißt es nach 15 Minuten: „Jetzt haben wir ja viele Ideen, es kommt wohl nichts mehr“. Tatsächlich werden in diesen ersten Minuten viele, aber meist nur bekannte Geistesblitze „abgeladen“. Dann folgt ein Ausschleichen der Ideen, daraufhin häufig eine Pause. Genau hier wird – wenn originelle Ideen gewünscht sind – statt des Abbruchs die (schmerzhaft empfundene) Verlängerung des „Brainstormings“ empfohlen. Denn wirklich wertvolle Ideen brauchen Zeit.

Anhand dieser Methode lassen sich wichtige Unterscheidungskriterien für Kreativmethoden ableiten: der Zeitbedarf der Methode, die Quantität der erzielbaren Ideen, die Qualität der Ideen und die Begünstigung der Kreativität durch gezielte Moderation. Moderatoren eines Ideenfindungsprozesses sollten die folgenden Regeln beachten und zum Teil der Gruppe weitergeben:

•  Kritisieren ist verboten
•  Aufnehmen und Weiterentwickeln von Ideen ist erlaubt
•  Phantasie und verrückte Ideen sind erwünscht
•  Der Moderator soll alles protokollieren, keine Ideen filtern oder zusammenfassen
•  Ortswechsel und Pausen begünstigen den Ideenfluss
•  Die besten Ergebnisse erzielen heterogene Gruppen mit fünf bis neun Personen

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt die „Persona-Methode“. Diese ermöglicht es, durch ein Rollenspiel, die Bedürfnisse einer abstrakten Zielgruppe zu verdeutlichen, indem aus dieser einzelne, typische Personen herausgelöst werden. Jeder Teilnehmer erhält zu Beginn eine Karte mit einer Personenbeschreibung. Diese enthält Informationen über den Charakter und Vorlieben der Rolle, die nun eingenommen wird und ist ein personalisierter Stellvertreter der Zielgruppe. Es folgt eine moderierte Diskussion im Stil einer Talk-Show, bei der das Team der Entwickler dazu gebracht wird, die Sicht dieser Kunden einzunehmen.

Im deutschsprachigen Raum sind rund 300 verschiedene Kreativmethoden bekannt. Sie verfolgen unterschiedliche Ziele: Perspektivenwechsel, Aktivieren oder Involvieren, Assoziation, Imagination, Konfrontation.

Eine Übersicht und Suchfunktion bietet: www.designmethodenfinder.de

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Wolfgang Baier

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