Unternehmen nutzen die Chancen der Digitalisierung

8. März 2016

Die Digitalisierung birgt ein riesiges Potenzial für die Entwicklung neuer Produkte, Arbeitsprozesse und Geschäftsmodelle. Welche Perspektiven sich dadurch für die Wirtschaft eröffnen, diskutierte die Vollversammlung der Industrie- und Handels-kammer (IHK) Offenbach am Main in ihrer Sitzung am 8. März 2016 im IHK-Gebäude in Offenbach.

IHK-Präsident Alfred Clouth betonte: „Alle Unternehmensbereiche für sich alleine oder in ihrer Interaktion sind betroffen. Das ist mit technischen Herausforderungen verbunden, aber auch mit neuen Kunden- oder Dienstleistungsbeziehungen. Kein Unternehmen kann sich dem langfristig entziehen und es gilt, den Blick auf die Chancen zu richten.“

Prof. Wolfgang Henseler, Creative Managing Director der Sensory Minds GmbH, Designstudio für neue Medien und Innovative Technologien, Offenbach am Main, skizzierte, wohin die Reise geht: „Der Wandel zur Wirtschaft 4.0 verlangt von uns allen ein Umdenken, einen Perspektivwechsel: die neuen Geschäftsmodelle sollten nicht mehr das Produkt, sondern den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Es geht immer darum, den Menschen zu unterstützen und zu befähigen, jedoch nicht, ihn zu entmündigen. Die Unternehmen müssen aufmerksam sein, was sich am Markt tut, um neue Felder für ihr Know-how zu finden. Dabei zählen nicht mehr alleine die be-kannten Akteure und unmittelbaren Konkurrenten. Wer bisher im Wettbewerb auf Platz eins stand, kann ansonsten ganz schnell auf Platz 99 rutschen.“

In der Diskussion wurde deutlich, was die Unternehmer in der Region bewegt. Andreas Bonifer, Geschäftsführer der Andreas Bonifer Spedition – und Verkehrsunter-nehmen GmbH & Co. KG aus Offenbach erklärte: „Klar ist, dass die Unternehmen sich der neuen Entwicklung nicht verschließen dürfen und können. Wir müssen uns den neuen Herausforderungen im Zeitalter von Wirtschaft 4.0 stellen. Gleichzeitig sehe ich als Bürger die zunehmende Transparenz über unsere personenbezogenen Daten kritisch und mit großer Sorge. Wer gibt uns die Garantie, dass mit unseren Daten verantwortungsvoll umgegangen wird? Oder haben wir es letztlich selbst in der Hand?“

Wolf Matthias Mang, Geschäftsführer der Arno Arnold GmbH, Obertshausen, und 1. IHK-Vizepräsident, sieht die Chance, eigene Kompetenzen in neuen Bereichen einzusetzen und damit an Märkten zu partizipieren, die bisher nicht auf der Unternehmensagenda standen. Mang veranschaulichte dies an einem konkreten Projekt: „In unserem zweiten Unternehmen, der Oechsler AG in Ansbach, haben wir einen automatisierten, dezentralisierten und flexiblen Fertigungsprozess entwickelt, der sich auf unterschiedliche Branchen übertragen lässt. Unser Know-how in der Kunststofftechnik wenden wir nun in einem völlig neuen Kontext bei einem Sportartikelhersteller an. Voraussetzung für den Erfolg ist aus meiner Sicht, neugierig und inte-ressiert den Markt zu beobachten und rechtzeitig neue Geschäftschancen zu identifizieren.“

Die IHK Offenbach am Main unterstützt insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen mit ihrem Netzwerk „Design to Business“ im Bereich Wirtschaft 4.0. Mit der Vernetzung untereinander und dem Transfer zu anwendungsnaher Forschung können konkrete Innovationsvorhaben auf den Weg gebracht werden. Tiefergehende Beratungen zum Beispiel zu Fördermitteln sowie die Kooperation mit Partnern auch auf hessischer Ebene ergänzen zukünftig das IHK-Angebot.

Weitere Pressemitteilungen der IHK Offenbach am Main: www.offenbach.ihk.de/presse/pressemitteilungen/